Zum Hauptinhalt springen

Anlagenstatus Signale

Lerne hier, was Status Signale sind und wie du mit ihnen arbeitest

Verfasst von Katharina Kos

Verfügbarkeit

Pakete: Premium, Enterprise

Nutzerrollen: Alle Rollen

Was sind Status Signale?

Status Signale sind eine Erweiterung des Anlagenstatus-Systems in remberg. Du kannst nicht nur den aktuellen Status einer Maschine sehen (In Betrieb, Warnung, Angehalten, Inaktiv), sondern Status Signale ermöglichen eine lückenlose Dokumentation aller Statusänderungen über die Zeit.

Das Feature löst ein zentrales Problem im Wartungsalltag: Du kannst jetzt genau nachvollziehen, wann welches Problem aufgetreten ist, wie lange es gedauert hat und was dagegen unternommen wurde.

Jede Statusänderung wird zum Signal

Wenn du den Status einer Maschine änderst, entsteht automatisch ein "Signal" - ein Eintrag in der Chronik der Anlage. Dieses Signal enthält:

  • Den Status (z.B. "Angehalten")

  • Den Zeitpunkt

  • Die Dauer (wie lange dieser Status aktiv war)

  • Die Quelle (wer oder was hat die Änderung ausgelöst)

Alle Signale werden im neuen "Signale"-Tab der Anlage angezeigt. Du siehst dort eine Timeline aller vergangenen Statusänderungen.

Mehrere Vorgänge gleichzeitig

Status Signale können mehrere aktive Probleme parallel verwalten.

Ein Beispiel aus dem Wartungsalltag:

  • Eine Fräsmaschine fällt aus (Signal "Angehalten" wird erstellt)

  • Während der Reparatur bemerkst du ein Ölleck (Signal "Warnung" wird zusätzlich erstellt)

  • Du behebst das Ölleck (Signal "Warnung" wird aufgehoben)

  • Die Maschine bleibt auf "Angehalten", weil die Hauptstörung noch nicht behoben ist

  • Erst wenn du auch den Hauptfehler behebst, springt der Anlagenstatus auf "In Betrieb"

Das System bemerkt also, dass mehrere Dinge nicht stimmen und zeigt immer das kritischste Problem als Anlagenstatus an.

Die Fallback-Logik verstehen

Dies ist das wichtigste Konzept: Der angezeigte Anlagenstatus entspricht immer dem kritischsten aktiven Signal.

Die Priorität ist: Angehalten > Warnung > Inaktiv > In Betrieb

Wenn du ein Problem löst, fällt der Anlagenstatus nicht automatisch auf "In Betrieb" zurück, sondern auf das nächst-kritische noch offene Signal. Das verhindert, dass Maschinen fälschlicherweise als "In Betrieb" angezeigt werden, obwohl noch Probleme offen sind.

Verknüpfung mit Meldungen

Je nach Konfiguration deines Systems wird beim Erstellen eines Signals automatisch eine Meldung angelegt. Das stellt sicher, dass zu jedem Problem auch eine Arbeit geplant wird.

Wenn die Meldung genehmigt und in einen Auftrag umgewandelt und abgeschlossen wird, löst das System das zugehörige Signal automatisch auf. So entsteht eine direkte Verbindung zwischen Statusänderung und Behebung.

Nutzen für deinen Wartungsalltag

Status Signale bringen dir konkrete Vorteile:

  • Präzise Downtime-Erfassung: Du siehst auf die Minute genau, wie lange eine Maschine gestanden hat. Das ist die Basis für verlässliche KPIs.

  • Nachvollziehbarkeit: Jede Statusänderung ist dokumentiert. Bei Fragen zu Ausfällen kannst du die Timeline heranziehen.

  • Parallele Probleme managen: Du verlierst nicht den Überblick, wenn an einer Maschine mehrere Dinge gleichzeitig repariert werden müssen.

  • Automatisierung durch IoT: Wenn deine Maschinen Fehlermeldungen per Schnittstelle senden, entstehen automatisch dokumentierte Signale mit den jeweiligen Fehlercodes.

  • Verknüpfung mit Arbeitsprozessen: Jedes Problem ist direkt mit der zugehörigen Meldung oder dem Auftrag verbunden.


So arbeitest du mit Status Signalen

Eine Statusänderung vornehmen

Wenn du an einer Maschine ein Problem feststellst:

  • Öffne die Anlage und klicke auf das Status-Dropdown auf der linken Seite.

  • Wähle den neuen Status aus (z.B. "Angehalten" oder "Warnung").

  • Was jetzt passiert, hängt von deiner Systemkonfiguration ab:

    • Mit Meldungsverknüpfung (Standard): Es öffnet sich ein Fenster zum Erstellen einer Meldung. Fülle die Beschreibung des Problems aus und wähle einen Fehlertypen. Wenn du auf "Erstellen" klickst, wird sowohl die Meldung als auch das Signal angelegt.

    • Ohne Meldungsverknüpfung: Es erscheint ein einfaches Kommentarfeld. Gib einen kurzen Grund für die Statusänderung ein (optional) und bestätige. Das Signal wird mit deinem Namen als Quelle erstellt.

Die Signal-Timeline lesen

Im "Signale"-Tab der Anlage siehst du eine Liste aller Statusänderungen. Das neueste Signal steht ganz oben. Jeder Eintrag zeigt:

  • Den Status (farblich gekennzeichnet)

  • Wie lange der Status aktiv war oder ist

  • Einen Kommentar (falls vorhanden)

  • Die Quelle: entweder ein Benutzername oder eine Meldung

Aktive Signale (noch nicht aufgelöst) werden normal dargestellt. Aufgelöste Signals sind ausgegraut und mit einem Häkchen markiert.

Start- und Auflösungszeitpunkt eines Signals manuell anpassen

Im Regelfall übernimmt das System Start- und Auflösungszeitpunkt eines Signals automatisch – bei der Auflösung über einen Auftrag den tatsächlichen Ausführungszeitpunkt, sonst den Zeitpunkt der Statusänderung. In Ausnahmefällen kannst du diese Zeitpunkte aber auch manuell korrigieren, etwa wenn sie fehlerhaft übernommen wurden oder du einen historischen Vorfall nachtragen möchtest.

  1. Öffne das Signal in der Timeline und klicke auf Signal bearbeiten.

  2. Im Abschnitt Start und Auflösung findest du den Schalter Heute:

    • Heute deaktiviert: Du kannst Startdatum, Startzeit, Auflösungsdatum und Auflösungszeit frei wählen.

    • Heute aktiviert: Start- und Auflösungsdatum werden automatisch auf das heutige Datum gesetzt. Du gibst nur noch Startzeit und Auflösungszeit ein.

  3. Anlagenstatus, Ersteller sowie "Erstellt am"/"Aktualisiert am" werden oberhalb angezeigt, sind aber nicht editierbar.

  4. Klicke auf Speichern, um die Änderungen zu übernehmen.

💡 Hinweis: Nutze diese manuelle Korrektur nur als Ausnahme – im Normalfall sorgt die automatische Übernahme des Ausführungszeitpunkts aus dem Auftrag bereits für präzise Zeiten.

Ein Signal manuell auflösen

Manchmal möchtest du ein Signal als erledigt markieren, ohne den zugehörigen Auftrag abzuschließen:

  • Bewege den Mauszeiger über das Signal in der Timeline.

  • Rechts erscheint ein Häkchen-Symbol.

  • Klicke darauf, um das Signal als aufgelöst zu markieren.

  • Das Signal bleibt in der Historie sichtbar, zählt aber nicht mehr als aktives Problem. Falls es das einzige aktive Signal war, springt der Anlagenstatus auf "In Betrieb".

Mit mehreren gleichzeitigen Problemen arbeiten

Du kannst mehrere Signale für dieselbe Anlage erstellen, ohne vorherige Signale zu lösen. Beispiel: Eine Maschine ist gestoppt (Signal 1). Du entdeckst zusätzlich eine Warnung (Signal 2). Beide Signale existieren parallel. Der Anlagenstatus zeigt "Angehalten", weil das die höhere Priorität hat.

Wenn du nun das "Warnung"-Signal auflösen, bleibt der Anlagenstatus auf "Angehalten", bis auch dieses Signal aufgelöst wird. So kannst du schrittweise Probleme beheben, ohne das Gesamtbild zu verlieren.

Status zurücksetzen

Manchmal musst du eine Maschine manuell auf "In Betrieb" setzen, obwohl noch Signale offen sind. Das kann vorkommen, wenn Signale veraltet sind oder du aus anderen Gründen einen Reset brauchst:

  • Wähle im Status-Dropdown "In Betrieb" aus.

  • Das System zeigt eine Warnung: "Es gibt X ungelöste Signale"

  • Bestätige die Aktion.

  • Alle aktiven Signals werden automatisch aufgelöst.

  • Die zugehörigen Aufträge bleiben jedoch geöffnet und müssen separat abgeschlossen werden.

Hinweis: Diese Funktion ist ein Overwrite - nutze sie bewusst!

Inaktiv-Status setzen

Der Status "Inaktiv" funktioniert genauso wie die anderen Status. Nutze ihn für Maschinen, die vorübergehend nicht im Einsatz sind (z.B. saisonale Geräte, Lagerware).

Setze den Status auf "Inaktiv" und gib einen Kommentar ein (z.B. "Winterlagerung"). Um die Maschine wieder zu aktivieren, löse das Inaktiv-Signal auf oder setze den Status auf "In Betrieb".


Konfiguration verstehen

Die Systemadministratoren können zwei zentrale Einstellungen vornehmen, die das Verhalten von Status Signalen beeinflussen. Es ist hilfreich, diese zu kennen, um zu verstehen, warum das System in deiner Organisation so reagiert, wie es reagiert.

Einstellung 1: Meldungserstellung

Diese Einstellung bestimmt, wann der Anlagenstatus tatsächlich geändert wird.

Ort: Einstellungen >Meldungen > Automatically set Asset Status at Work Request approval

Aktiviert (Standard): Der Asset-Status ändert sich erst, wenn der Work Request genehmigt/akzeptiert wird. Sie erstellen also einen Request für "Stopped", aber die Maschine zeigt noch "Running" an, bis jemand den Request annimmt.

Deaktiviert: Der Asset-Status ändert sich sofort beim Erstellen des Work Requests.

💡 Die erste Variante gibt deiner Organisation mehr Kontrolle, kann aber zunächst verwirrend sein ("Warum ist die Maschine noch grün, obwohl ich gerade einen Stopp gemeldet habe?").

Einstellung 2: Meldungspflicht

Diese Einstellung bestimmt, ob bei jeder Statusänderung eine Meldung erstellt werden muss.

Ort: Einstellungen > Anlagen > Deaktiviere Meldungserstellung bei Signalerstellung

Deaktiviert (Standard): Statusänderungen erzwingen die Erstellung eines Work Requests. Sie bekommen beim Ändern des Status das "Create Work Request"-Fenster.

Aktiviert: Statusänderungen können frei vorgenommen werden. Du bekommst nur ein Kommentarfeld und kannst den Status ohne Meldungserstellung ändern.

💡Die zweite Variante ist flexibler, aber du verlierst die automatische Verknüpfung zwischen Problem und Auftrag.


IoT und Schnittstellen

Status Signale können auch von externen Systemen gesteuert werden. Wenn deine Maschinen über eine MES- oder IoT-Lösung angebunden sind, können diese automatisch Signals erstellen.

Ein Beispiel: Eine CNC-Maschine meldet per API einen Fehlercode. Das System erstellt automatisch ein "Warnung"-Signal mit dem Fehlercode als Beschreibung. In der Timeline siehst du dann die Maschinenbezeichnung als Quelle statt eines Benutzernamens.

Diese Automation ist besonders wertvoll für Anlagen, die bereits selbst Fehler diagnostizieren können. Die Signale erscheinen sofort in remberg, ohne dass jemand manuell den Status ändern muss.


FAQs

Warum ändert sich der Anlagenstatus nicht sofort, wenn ich einen Stopp melde?

Prüfe die Meldungseinstellung. Wenn "Automatically set Asset Status at Work Request approval" aktiviert ist, müsst du oder ein Vorgesetzter die Meldung erst genehmigen.

Was passiert mit offenen Aufträgen, wenn ich den Status manuell auf "In Betrieb" setze?

Die Aufträge bleiben geöffnet. Der Status-Overwrite löst nur die Signale auf, nicht die Aufträge. Du musst die Aufträge wie gewohnt abschließen.

Kann ich ein Signal löschen?

Nein, Signale können nur aufgelöst, aber nicht gelöscht werden. Das stellt die Integrität der Chronik sicher.

Wie weit zurück reicht die Signal-Historie?

Die Timeline zeigt standardmäßig die Signals der letzten 60 Tage an. Ältere Einträge bleiben im System gespeichert.

Können mehrere Personen gleichzeitig Signale für dieselbe Maschine erstellen?

Ja, das System unterstützt beliebig viele parallele Signale. Die Fallback-Logik stellt sicher, dass der Anlagenstatus immer das kritischste Problem widerspiegelt.

Hat dies deine Frage beantwortet?